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Freitag, September 30, 2011

Ungenutztes Potential bei der Rürup-Rente

Sie ist ein paar Jahre jünger als die Riester-Rente, aber ganz gewiss nicht die kleine Schwester: die Rürup-Rente. Das nach Bert Rürup benannte, staatlich geförderte Vorsorgemodell richtet sich an Selbstständige und Besserverdiener, hat bislang aber noch keine durchschlagenden Erfolge feiern können. Banken und Versicherungsbranche zählen aktuell gerade einmal eine Million Verträge. Das Potenzial, ausgehend von 20 Millionen Arbeitnehmern, die sehr gut verdienen, und vier Millionen Selbstständigen, liegt weitaus höher.

Die vor längerer Zeit von Maklern gewagte Prognose, die Basisrente würde kräftig aufholen und deutlich mehr nachgefragt, hat sich bislang nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Irgendwie dümpelt die private Altersvorsorge nach Rürup immer noch vor sich hin. Den Grund sehen Experten in den korsettartigen Strukturen. Der Sparer ist ein Leben lang an den Vertrag gebunden, kann ihn nicht kündigen, beleihen, veräußern oder vererben, zudem liegt das Kapital fest. Bis zum 60. Lebensjahr (ab 2012 dem 62. Lebensjahr) bleibt das Geld auf dem Rentenkonto und darf nur als Leibrente ausgezahlt werden. Soweit die Nachteile.

Dass dabei die guten Seiten der Rürup-Rente übersehen werden, ist in gewisse Weise sogar verständlich. Denn irgendwie scheinen die Negativa ziemlich schwer zu wiegen. Da können die Steuervorteile während der Sparphase und die Option, Sonderzahlungen leisten zu dürfen, nur bedingt überzeugen, obwohl Experten gerade diese Form der Vorsorge als durchaus sinnvoll bezeichnen. Letztlich handelt es sich um eine Rentenversicherung, klassisch oder auf Fondsbasis, mit dem kleinen Extra, dass die Beiträge innerhalb gesetzlicher Grenzen von der Steuer abgesetzt werden können. Dafür muss man ein paar Abstriche bei der Flexibilität in Kauf nehmen und bei Fondsrenten auf eine Beitragsgarantie verzichten, die bei der Riester-Rente fest verankert ist.

Posted by Andre on 09/30 at 08:46 AM
AltersvorsorgeRentenversicherung • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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