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Mittwoch, März 26, 2008

Unnötige Policen kosten Unsummen

Der Bundesverband der Versicherungsberater, der BVVB, gibt an, dass die Bundesbürger aufgrund unnötiger und alter Verträge jährlich ungefähr 20 Milliarden EURO an Prämie verschwenden. Das liegt zum einen daran, dass die meisten Versicherten sich nie wieder um ihre Police nach deren Abschluss kümmerten und diese so in Vergessenheit geraten. Die regelmäßige Überprüfung des Hausrat- oder Unfallversicherungstarifs ist mindestens genauso gefürchtet wie die jährliche Steuererklärung. Jedoch ist dies genau die Nachlässigkeit, die die Bundesbürger viel Geld kostet. Aussagen der BVVB zufolge könnten Privatkunden bis zu 30 Prozent einsparen, wenn sie überflüssige Verträge kündigten und bei den tatsächlich notwendigen Policen den passenden meist günstigeren Tarif wählten. Das heißt in Zahlen, dass jeder Haushalt im Jahr bis 400 EURO einsparen könnte. Die Einsparpotenziale werden oft nicht annähernd von den Verbrauchern ausgeschöpft.

Die meisten Deutschen sind überversichert. Sehr beliebt ist eine Hausratversicherung, auch wenn nur Bett, Sofa und Schrank im Zimmer befindlich sind. Auch Gebäudeversicherungen sind oft irgendwann einmal abgeschlossen worden und der Tarif ist längst günstiger geworden. Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen, rät auch zu einer unbedingten Kontrolle der vorhandenen Policen - und zwar regelmäßig. Besonders wichtig ist dies ihrer Meinung nach für die Kfz-Versicherung, da sie in diesem Bereich stets viel verändert und ein Wechsel sogar jährlich lohnenswert sein kann. Auch Hausratversicherungen, die im Vergleich leicht zu kündigen und wieder neu abzuschließen sind, sollten einer Kontrolle unterzogen werden. Die Gebäudeversicherung zu wechseln ist dagegen schon komplizierter, da meist mehrere Gläubiger im Grundbuch stehen und diese jedes Mal der neuen Police zustimmen müssen, was im Einzelfall ziemlich lange dauern kann. Ähnlich läuft es bei Lebens- Kranken- und Unfallversicherungen, auch sie kann man nicht ohne Weiteres austauschen. Entweder sind die Kosten für einen Wechsel zu hoch, wie beispielweise bei einer Lebenspolice, oder die anstrengenden Gesundheitsprüfungen stellen eine zu große Hürde da. Im Laufe der Zeit haben sich zumindest für die Risikolebensversicherung einige standardisierte Angebote heraus gebildet.

Ursache für diese schlechte Anpassung der Versicherungen an die Kundenbedürfnisse sind nicht nur die lethargischen Verbraucher, sondern auch die Makler, deren Beratung häufig nicht optimal ist. Die Provisionen bei der Vermittlung der Policen sind einigen Maklern wichtiger als eine kundengerechte Beratung. Um einen neutralen Versicherungsmakler zu finden, kann man sich deshalb an den Bundesverband der Versicherungsberater wenden. Dieser hat gerichtlich zugelassene Berater, die nach der Rechtsanwaltsvergütung bezahlt werden und somit keine Provisionen der Versicherungsunternehmen bekommen. Sie können unabhängig beraten, werden aber dafür sehr gut bezahlt. Meist werden diese Berater für große Unternehmen herangezogen und sind auch für Verbraucherzentralen tätig. Für Privatkunden sind sie dagegen nicht immer die beste Wahl, da das Verhältnis zwischen Honorar des Beraters und Prämienzahlung für die Versicherung teilweise zu weit auseinander liegt. Kann beispielsweise durch das intensive und sinnvolle Beratungsgespräch nur 20 EURO Prämie gespart, bringt das nicht viel, wenn der Versicherungsberater weit mehr als das doppelte für die Stunde Beratung als Entgeltung verlangt.

Posted by Saskia on 03/26 at 03:06 PM
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