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Donnerstag, Mai 29, 2008

Unwissenheit bei den Kunden bezüglich Darlehensarten

Durch eine kürzliche durchgeführte Studie zum Thema Baugeld wurde ermittelt, dass die Mehrheit der Kunden sich bei Darlehensarten nicht auskennt. Es gibt einen immensen Nachholbedarf beim Themenkomplex Immobilienfinanzierung. Meist sind noch Annuitäten, Festzinsdarlehen und auch der Begriff Vollfinanzierung geläufig; davon abweichende Varianten, wie Kombidarlehen, Realkredit oder der durch einschlägige Werbekampagnen bekannt gemachte Begriff Familienhypothek sind lediglich einem Drittel der Befragten bekannt.

Die Baugeldstudie 2008 des Baugeldvermittlers Hypothekendiscount bringt erstaunliche Fakten zu Tage. Am geringsten bekannt sind die Reservierungshypothek mit 9,6 Prozent und die Familienhypothek mit 11,2 Prozent. Als Hypothekenkredit bezeichnet kennen 85,5 Prozent der Befragten den Begriff Annuitätendarlehen. 81,9 Prozent kennen immerhin noch den Begriff Festzinsdarlehen, doch dann ändert sich das Bild auch schon stark. 51,1 Prozent haben jemals vom variablen Darlehen, dem Flex-Darlehen gehört. Dabei wird der Zins lediglich auf die nächsten drei Monate festgelegt und nicht, wie sonst üblich, auf drei bis 30 Jahre festgeschrieben. Somit stellt dieses Darlehen das Gegenteil zum Festzinsdarlehen dar. Vollfinanzierung ist der Mehrheit aller Kunden, nämlich 80,6 Prozent, daher bekannt, da es häufig benötigt wird, schließlich müssen alle diejenigen, die nicht ausreichend Eigenkapital haben, eine komplette Finanzierung ihres zukünftigen Eigenheims oder eben der gebrauchten Eigentumswohnung in Anspruch nehmen. Obwohl in der letzten Zeit der Begriff Forward-Darlehen immer mehr im Umlauf ist, wissen bislang lediglich 64,9 Prozent genau, was er eigentlich bedeutet. Beispielsweise ist bekannt, dass bereits einige Monate bis Jahre vor Ablauf der Zinsfestschreibung die Möglichkeit besteht, sich den nächsten Kredit zu heutigen Konditionen zuzüglich Forward-Zuschlag zu sichern.

Heutzutage ist es für Banker noch äußerst einfach, ihren Kunden kostspielige Baufinanzierungen zu verkaufen, da bisher nur 37,7 Prozent je von einem Realkredit gehört haben. Schließlich ist bei einem Hypothekenkredit darauf zu achten, dass man sich einigermaßen an die Realkredit-Bestimmungen hält, das heißt, es sollten höchstens 60 Prozent des Kaufpreises inklusive Nebenkosten finanziert werden. So erhält man im Endeffekt bessere Konditionen, als wenn 63 Prozent oder mehr der Immobilie finanziert werden müssen. Diese immensen Defizite im Wissen um die Darlehensarten können im Einzelfall die Kunden teuer zu Stehen kommen, da dann Alternativen zu einem Darlehen nicht in Betracht gezogen werden und da sie nichts vom Bestehen dieser Darlehensart wissen, muss/kann auch keine entsprechende Beratung durch den Banker erfolgen.

Posted by Saskia on 05/29 at 10:33 AM
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