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Dienstag, Juli 29, 2008

Versicherung gegen die Entführung durch Außerirdische

Wäre man gemein, könnte man sagen, die Produktentwickler einer niederländischen Versicherungsgesellschaft verbringen ihre Mittagspausen gerne in Coffee-Shops, bauen sich Tüten und naschen „Glücks“-Kekse. Denn mit klarem Verstand würden Assekuranz-Mitarbeiter nicht auf solch abstruse Ideen kommen wie Versicherungen gegen Luftlöcher oder Lottopech. Da wir aber nicht gemein sind, nennen wir es einfach mal „kreativ“, was da in den Niederlanden angeboten wird. Der Bund der Versicherten (BdV) sieht das nicht ganz so locker und sagt klipp und klar: „Manche Versicherungs-Gesellschaften treiben den Spaß einfach zu weit.“ Die Policen seien das Geld nicht wert.

Im Versicherungsordner mit den Unterlagen zur privaten Haftpflicht, der Hausrat- sowie der privaten Rentenversicherung haben die Verträge des Unternehmens sicherlich nichts verloren. Dazu sind sie zu verdreht und bieten keinen wirklichen Nutzen. So zahlt die Luftloch-Versicherung wenn ein Flugzeug binnen sechs Sekunden um 3000 Meter absackt und die Lottopech-Versicherung, wenn man längere Zeit vom Pech verfolgt wird und mit seinen Zahlen keinen Gewinn einstreicht. Versichern lassen sich auch 48 Stunden Funkstille beim Handy, eine Scheidung innerhalb von zwei Jahren nach der Trauung und – ja, auch das ist möglich – Entführungen durch Außerirdische. Problematisch, schmunzelt selbst der BdV, wird nur sein, die Polizei dazu zu überreden, ein Gutachten zu erstellen, dass man tatsächlich auf dem Seziertisch von Aliens lag.

Gut, dass das Unternehmen seine Angebote selbst als Spaß-Versicherungen sieht, die als Geschenk gedacht sind. Die Handy-Ausfallversicherung kostet rund 280 Euro, die Police für frisch Vermählte 28 Euro. Hält die Ehe keine zwei Jahre gibt es 200 Euro „Schmerzensgeld“. Über den Sinn kann man streiten. Neu ist die Idee nicht. Eine Firma aus Amsterdam hat es schon einmal versucht, bot unter anderem eine Versicherung gegen steigende Benzinpreise an, die heute ihr Geld sicherlich wert wäre. Gewarnt hat die Verbraucherzentrale Sachsen schon im Jahr 2005. Inzwischen ist die Versicherung insolvent und steht unter Zwangsverwaltung. Es gibt halt sinnvollere Investitionen und Geschenke.

Posted by Andre on 07/29 at 04:53 AM
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