Versicherung gegen Mietausfall
Das Ausbleiben der Mietzahlungen ist der Alptraum eines jeden Vermieters. Immerhin werden die Mieteinnahmen von zahlreichen Vermietern benötigt, um den Verbindlichkeiten gegenüber der Bank nachzukommen – schon eine ausbleibende Rate kann für ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten sorgen. Umso mehr wird es viele Angehörige der Vermieterfraktion freuen, dass von der Readyfact GmbH eine Versicherung gegen Mietausfall angeboten wird. Sollten die Mietzahlungen ausbleiben, so wird die Versicherung einspringen und die Raten bis zu sechs Monate lang übernehmen. Erfreulich ist auch die Höhe des Versicherungsbeitrags: Sie beläuft sich auf lediglich zwei Prozent der Jahresnettomiete.
Bei diesen vergleichsweise geringen Kosten werden sich sicherlich zahlreiche Vermieter über das Produkt informieren und über einen Abschluss der Versicherung nachdenken. Hoffentlich informieren sie die Menschen gut genug, denn wie bereits diese Woche auf Focus online berichtet wurde, bietet die Versicherung keinen besonders umfangreichen Versicherungsschutz. Im Vertrag seien gleich mehrere Ausschlussklauseln zu finden, die den Versicherungsanbieter dazu berechtigen, von der Zahlung abzusehen. Sollten beispielsweise „gute Gründe zu Kürzungen“ vorliegen, „vertragliche Leistungen nicht erbracht“ oder „Mängel nicht abgestellt“ worden sein, so sei der Anbieter zur Zahlung nicht verpflichtet.
Der Redakteur des Focus weißt in seinem Beitrag explizit darauf hin, dass nahezu alle Mietzahlungsverweigerer entsprechende Gründe nennen, um sich vor der Mietzahlung zu drücken. Dementsprechend wird der Versicherungsschutz auch nur in den seltensten Fällen greifen. Deshalb ist es auch nur bedingt empfehlenswert, die Versicherung gegen Mietausfall abzuschließen. Letztendlich muss die Sichtweise des Vermieters darüber entscheiden, ob er zu einem Abschluss der Versicherung gewillt ist – immerhin ist er dazu berechtigt, die Versicherungsausgaben steuerlich geltend zu machen.
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