Versicherungen für Kinder – nicht alle Policen machen wirklich Sinn
Gestern haben wir die Kinderunfallversicherung vorgestellt. Sie gilt unter Verbraucherschützern und beim Bund der Versicherten (BdV) als eine der wichtigsten Policen für Jungen und Mädchen. Doch wie sieht es generell mit dem Versicherungsschutz für Kinder aus? Der Markt bietet Eltern und Großeltern ein pralles Füllhorn an Optionen, um den Nachwuchs oder die Enkel gegen alle nur denkbaren Eventualitäten abzusichern und private Vorsorge für sie zu betreiben. Stellt sich nur die Frage, welche Verträge machen Sinn und welche sind Luxus?
Diesem Thema hat sich auch die Abendzeitung gewidmet und gemeinsam mit dem Bund der Versicherten einen Blick auf das vielfältige Angebot geworfen. Dabei steht die Kinderunfallversicherung ganz weit vorne, gilt aber alleine für sich nicht als optimal. Abgesichert werden über diese Police ausschließlich Folgeschäden, die aus Unfällen resultieren. Sollte aber eine Krankheit wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung für die Invalidität verantwortlich sein, gäbe es aus der Unfallpolice keine Leistung. Hier greift die Invaliditätsversicherung, die Nummer zwei im Bereich der Kinderpolicen. Sie zahlt üblicherweise eine lebenslange Rente, gehört allerdings nicht gerade zu den günstigsten Verträgen. Hier kommt es ein wenig auf den finanziellen Spielraum der Eltern an.
Werden die Kleinen größer und stehen kurz vor dem Schulabschluss, ist mit dem 16. oder 17. Lebensjahr eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert. Der Vorteil, den Vertrag so früh wie möglich zu zeichnen, liegt schlicht darin, dass Kinder und Jugendliche kaum gesundheitliche Einschränkungen haben, die sich auf die Prämie auswirken oder wie bei vielen Erwachsenen zu einer Ablehnung des Kunden führen. Wichtig, so Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten: Die monatliche Rente aus dem Berufsunfähigkeitsschutz muss hoch genug gewählt werden.
Eher kritisch werten die Experten eigene Rentenversicherungen für Jungen und Mädchen. Schon im Kindergarten private Altersvorsorge zu betreiben sei unnötig und angesichts von bis zu 60 Jahren Laufzeit „irrwitzig“. Stattdessen könne das Geld besser anderweitig kurz- bis mittelfristig angelegt werden. Gleiches gilt für die Beiträge, die eine Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung kosten würde. Die Policen gelten als unnötig, unflexibel und teuer. Das kann man von den beiden Verträgen, mit denen Eltern sich und die Kinder absichern sollten, nicht behaupten: die private Haftpflichtversicherung und die Risikolebensversicherung. In der Haftpflicht sind die Kinder meistens bis zum Ende der Ausbildung mitversichert. Sie ist ein Muss im Versicherungsordner und mit hoher Leistung relativ preiswert. Sehr guten Schutz bei niedriger Prämie bietet auch die Risiko-Lebensversicherung, um für den Todesfall vorzusorgen.
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