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Freitag, November 06, 2009

Versicherungen lassen Online-Potenzial ungenutzt

Über die Bedeutung des Internets für die Versicherungsbranche ist schon viel geschrieben worden. Auch jetzt, zur Wechselsaison bei der Kfz-Versicherung, wurden wieder Dutzende Studien in Auftrag gegeben – welche Rolle Online-Angebote spielen und für wen sie in Frage kommen. Grundsätzlich scheint es aber eher so zu sein, dass die eigene Internetpräsenz für viele Unternehmen so etwas wie ein „Hobby“ ist. Sie wurde programmiert, wird hin und wieder aktualisiert und verbessert. Eine optimale Lösung bietet derzeit aber keine Versicherung. Dafür sind die Mängellisten zu lang, die im Rahmen der Untersuchung „Versicherungen Online 2009“ erstellt wurden.

75 Webangebote hat die Managementberatung Alternus genauer unter die Lupe genommen. 3.000 Kriterien wurden dabei abgearbeitet, angefangen bei der Kundengewinnung über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Rekrutierung des Personals. Alternus-Inhaber Thomas Lipinski sieht derzeit kein Unternehmen, das sich deutlich von der Konkurrenz absetzt. „Viele haben ihren Status Quo stabilisiert, schaffen es aber nicht, mit ihren Kunden in den Dialog zu treten“, lautet sein Fazit. Die Seiten müssten einen Interessenten binnen 30 bis 60 Sekunden davon überzeugen, dass es sich lohnt, länger zu verbleiben. Ein Ziel, das die meisten Versicherungen verfehlten. Sie verlören damit ganz klar Umsatzpotenzial.

Oft hapere es nur an Kleinigkeiten: Die Schrift sei zu klein und die Seite nicht kontrastreich genug. Zusammen mit falsch platzierten Elementen und einer unübersichtlichen Flut von Informationen ergebe sich ein eher abschreckendes Bild. Wenn jemand auf die Website einer Versicherung klicke, suche er in der Regel Produktdaten und möchte den Beitrag kalkulieren. Da sei zwar möglich, oft aber sehr aufwändig. Darüber hinaus mangele es an einer direkten Kundenansprache, einem personalisierten Kundenbereich und der Verzahnung der Vertriebskanäle. Sprich: Die Möglichkeiten des Internets, unter anderem mit dem dialogorientierten Web 2.0 und einem professionellen Web-Controlling, werden nicht ausreichend genutzt. Hier gebe es, so der Studienleiter, noch erheblichen Nachholbedarf.

Posted by Andre on 11/06 at 12:32 PM
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