Versicherungen vom Versandhaus
Ein Doppelpack T-Shirts, Bettwäsche, den Beistelltisch von den Sonderangebotsseiten und dazu noch eine Unfallversicherung - so könnte, überspitzt ausgedrückt, der Warenkorb von Kunden der Neckermann Versand Österreich AG künftig aussehen. Zusätzlich zum bestehenden Sortiment bietet das Versandunternehmen auf seinen Internetseiten jetzt auch eine kleine Auswahl gängiger Versicherungsprodukte des Onlinevertriebs der Zürich Versicherungs-AG.
Ein Mausklick wird zwar nicht reichen, um die Kfz-Versicherung von Zurich Connect auf die Einkaufsliste zu setzen. Doch immerhin: Mit dieser Kooperation erschließt sich das Unternehmen einen völlig neuen Vertriebsweg. Damit Interessenten genau wissen, worauf sie sich einlassen und wie teuer respektive günstig die neue Versicherung ist, lassen sich die Tarife online berechnen. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter von Zurich Connect bei Fragen rund um die Verträge Rede und Antwort. Zu erreichen sind sie online, per Telefon, Fax und Brief. Locken sollen dabei vor allem fünf Prozent Rabatt, die bei einem Direktabschluss eingeräumt werden. Zum Programm gehören aktuell die Kfz-Versicherung, Hausrat- und Wohngebäudepolicen, eine Unfall- sowie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung.
„Wir erweitern mit dieser Verbindung den Zugang zu unserem Online-Versicherungsangebot und sprechen gezielt neue Nutzergruppen aus der Internet-Community an“, so Karin Eichhorn-Thanhoffer von der Zurich Connect. Neu ist die Idee, Versicherungsverträge über den Handel anzubieten, ganz gewiss nicht. In Österreich wollte die Axa Konzern AG vor ihrem Verkauf mit Tchibo-Eduscho kooperieren. Das wiederum erinnert an die Rechtsstreitigkeiten, die der Verkauf von Versicherungen im Supermarkt bzw. beim Kaffeeröster in der Bundesrepublik ausgelöst hat - erst bei Penny, später auch bei Tchibo.
Seither ist es ruhig geworden und findet man neben Müsli und Brotaufstrich oder Kaffee und Wolldecke keine Versicherungsanträge mehr in den Regalen. Dass der klassische Vertrieb auch in Österreich gegen die neue Konkurrenz Sturm läuft, zeichnet sich derzeit noch nicht ab. Der Vorwurf wie in der Bundesrepublik, den Kunden werden Produkte ohne Beratung angeboten, greift bei Neckermann Österreich jedenfalls nicht. Wer möchte, kann sich schließlich direkt vom Versicherer beraten lassen und kauft die Police nicht wie ein Kleidungsstück. Inwieweit sich diese Strategie bewährt und ob der Vertriebsweg hält, was er verspricht, wird die Zukunft zeigen.
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