Versicherungsmakler ergaunerte 3 Mio. Euro
Versicherungsbetrug stellt ein Problem dar, mit dem die Versicherungsbranche ernsthaft zu kämpfen hat. Allerdings sind die Betrüger längst nicht nur auf der Seite der Versicherungsnehmer zu finden, die beispielsweise Schadensfälle fingieren, um z.T. hohe Versicherungssummen zu kassieren. Auch in den Reihen der Versicherungsmakler finden sich Gauner wieder. Einer der größten Versicherungsbetrüger, der in den letzten Jahren entlarvt wurde, wurde nun verurteilt.
Beim Betrüger handelt es sich um einen erfolgsverwöhnten Versicherungsmakler aus Bonn. Motive wie Erfolgsdruck und Gier hatten ihn dazu verleitet, Provisionen auf Versicherungen zu kassieren, die überhaupt nicht zustande gekommen waren. Der Mann setzte auf ein vergleichsweise einfaches System: Er fälschte Versicherungsanträge, die er bei den Versicherern einreichte. Für jede vermittelte Renten- und Lebensversicherung erhielt er eine Provisionszahlung in Höhe von rund 7.000 Euro. In Anbetracht der Tatsache, dass im Laufe der Jahre mehr als 400 gefälschte Versicherungsanträge eingereicht wurden, konnten Provisionen in Gesamthöhe von rund 3 Mio. Euro ergaunert werden.
Wie die „Welt Online“ berichtet, beläuft sich der reale Schaden jedoch auf einen niedrigeren Betrag. Damit der Betrug nicht sofort auffällt, nutzte der Makler einen Teil der Provisionszahlungen, um die fälligen Versicherungsbeiträge zu entrichten – diese wurden zumindest so lange entrichtet, bis der Ablauf der Provisionshaftungszeit erreicht wurde.
Aufgeflogen war der Makler bereits im Jahr 2007 als eine Kontoprüfung durchgeführt wurde. Insgesamt wurde die Betrugsmaschine knapp vier Jahre lang durchgezogen. Verhandelt wurde der Fall vor dem Landgericht Bonn, wo man den Versicherungsmakler zu einer Haftstrafe verurteilte. Trotz der hohen Schadenssumme fällt das Urteil vergleichsweise milde aus: Er wurde zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.
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