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Freitag, April 11, 2008

Versicherungspolicen sollen bald auch bei Aldi im Regal liegen

Kinder-Unfallversicherungen neben den Windeln, fondsgebundene Rentenversicherungen im Regal mit den Nudeln und die Rechtsschutzpolice im Gang mit den Süßigkeiten – dass Versicherungsverträge beim Discounter angeboten werden, daran hat man sich fast schon gewöhnt. Quasi im Vorbeigehen landen die Papiere mit den übrigen Sonderangeboten im Korb und alles ist gut? Nicht unbedingt. Die Verbraucherzentralen und der Bund der Versicherten (BdV) warnten von Anfang an, dass im Supermarkt die nötige Beratung zu den Assekuranz-Produkten fehlt. Jetzt müssen sie ihre Gebetsmühlen erneut drehen: Aldi Nord und Süd wollen demnächst auch in das Geschäft mit den Policen einsteigen, berichtet jedenfalls die Financial Times.

Läuft alles wie geplant, soll bald schon die private Haftpflicht-, die Unfall-, die Hausrat- und Reiseversicherung das Sortiment ergänzen. Partner ist die Signal Iduna aus Dortmund. Bisher hat sich jedoch keine der beiden Seiten zu den Berichten geäußert. Dass sie schon längere Zeit zusammenarbeiten ist kein Geheimnis. Die Signal Iduna versichert bereits den Fuhrpark von Aldi Nord. Mit den Versicherungsunterlagen im Supermarktregal würde sich das Unternehmen einen durchaus attraktiven Vertriebsweg erschließen. Schließlich mangelt es in den Läden der Albrecht-Brüder keinesfalls an Laufkundschaft. Das heißt: Eine neue Klientel.

Mit dieser Hoffnung waren auch schon andere Versicherungsgesellschaft Kooperationen mit Discountern eingegangen. Die einen hatten Erfolg, andere nahmen durch das Experiment zumindest keinen Schaden. Sorgen machen sich die Verbraucherschützer eher um die Kunden, die sich ohne ausführliches Beratungsgespräch, in dem die Vor- und Nachteile der einzelnen Policen erläutert werden, für eine Versicherung entscheiden. Dass die Verkäuferinnen in den 4000 Filialen von Aldi später nicht nur die Regale auffüllen, sondern sich auch Zeit für die Beratung nehmen, zweifelt Lilo Blunck vom Bund der Versicherten ganz stark an. Dabei sei gerade bei einer Unfallversicherung die Information des Kunden zwingend erforderlich. Einzig bei den Reiseversicherungen hat der BdV keine Bedenken.

Posted by Andre on 04/11 at 07:00 AM
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