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Donnerstag, Dezember 02, 2010

Vertriebskanal Internet liegt aus Sicht von Experten noch im Dornröschenschlaf

Mit der eigenen Homepage, ein paar bunten Bildern, Daten und Informationen ist es heute nicht mehr getan. Nach Einschätzung von Experten lässt die Versicherungsbranche viele Möglichkeiten, die das World Wide Web ihnen bietet, einfach brachliegen. Google-Manager Stefan Hentschel bringt die aktuelle Situation auf den Punkt: „Man hat zehn Jahre verpennt und die Zielgruppe entfleucht ihnen in die digitale Welt.“

Dass die Unternehmen Nachholbedarf in Sachen Internet haben, darauf wurde nicht erst jetzt während der Euroforum-Tagung hingewiesen. Vielmehr bohrte man weiter in einer alten Wunde. Denn schon seit Jahren zeigen Analysen und Studien, dass die Internetauftritte der Versicherungskonzerne den modernen Ansprüchen nicht oder nur bedingt standhalten können. Stefan Hentschel sieht einen Grund dafür in der mangelnden Internetaffinität der Vorstandsetagen. Die Macher unterschätzen offenbar das Potenzial und darüber hinaus die Bedeutung des WWW für den Informationsfluss, den Kontakt mit den Kunden und letztlich auch den Vertrieb.

Google zufolge suchen zehn Prozent der Verbraucher online nach Informationen zu Versicherungsthemen und schließen Verträge dann auch per Mausklick ab. Hinzu kommen 29 Prozent, die sich auf den Homepages der Konzerne schlaumachen und dann zum Vertreter gehen. Davon auszugehen, dass es sich hierbei nur um die junge Generation handelt, die mit Notebook und PC aufgewachsen ist, wäre falsch. 58 Prozent der Onlinenutzer gehören der Altersgruppe 30 bis 59 Jahre an. Dementsprechend mahnt Stefan Hentschel die Branche: „Es geht nicht um die kommende Generation, es geht um das Jetzt.“

Mit diesem Urteil steht er nicht alleine da. Auch die Managementberatung SMP kommt zu einem für die Versicherungen wenig löblichen Fazit. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte Alfons Niebuer: „Die Banken haben es sehr viel schneller verstanden, sich grundlegend mit der Frage auseinanderzusetzen.“ Als größtes Sorgenkind sieht er den Vertrieb, wohingegen die Rolle des Internets als Informationskanal durchaus erkannt werde. Gehe es allerdings darum, Produkte an den Mann und die Frau zu bringen, müsse weit mehr getan werden. Die Experten spielen gedanklich bereits mit dem Vertrieb über mobile Kanäle, also den Abschluss einer Police via Smartphone. Als Beispiel nennen sie eine Skiunfallversicherung, die vom Lift aus vereinbart werden könne.

Posted by Andre on 12/02 at 10:06 AM
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