VKB versucht Sensibilitätserhöhung bzgl. Policen zum Klimawandel
Die Versicherungskammer Bayern, der VKB, hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht, dass sich eindeutig an den Veränderungen des Klimas durch die globale Erwärmung orientiert. Mit der „KlimaKasko“, in der Versicherungsschutz in Bezug auf die eigenen vier Wände gebündelt wird. Durch dieses neue Projekt hofft die VKB die bisher noch sehr geringe Nachfrage der Kunden nach Elementarschadensdeckung zu verstärken. Da davon ausgegangen wird, dass das Angebot alleine nicht genügend ist, werden zusätzlich noch weitere Besonderheiten integriert, wie zum Beispiel durch kostenlose Energieverbrauchsausweise. Rainer Fürhaupter, Vorstandsmitglied der VKB, vertritt die Auffassung, dass die Bundesbürger sich nicht nur um ihr Auto im höchsten Ausmaß „versicherungstechnisch“ bemühen müssen, sondern auch um ihr Haus.
Die Mehrheit der Immobilieneigentümer hat bislang jedoch diesen Schritt nicht getan. Auch die Diskussion um die wachsenden Naturgefahren durch den Klimawandel konnte diese Grund- Einstellung nur wenig verändern. In Bayern sind gerade einmal sechs Prozent der Gebäudebesitzer gegen Elementarschäden wie Hochwasser oder Starkregen versichert, obwohl dieser Schutz in das Geschäftsgebiet der VKB fällt und perfekte Absicherungsmöglichkeiten dafür geschaffen worden sind. Diese Nachfragezurückhaltung hat nun sogar schon die Politik begonnen zu interessieren. Die VKB hat ihr Offerte „KlimaKasko“ als Beitrag zum Beginn einer gemeinsamen Aufklärungskampagne von der Bayerischen Staatsregierung und verschiedener Versicherungen veröffentlicht. Durch den Namensbestandteil „Kasko“ wurde von dem ehemaligen bayerischen Monopolisten im Gebiet Gebäude- Feuerversicherung versucht die Signalwirkung zu nutzen. Besonders wichtig ist es, eine Versicherung für alle Gefahren in Bezug auf das eigene Haus zu besitzen.
Die Wohngebäudeversicherung Kompakt der VKB beinhaltet daher nicht nur die klassische Feuerversicherung, sondern auch die Deckung von Leitungswasser-, Hagel-, Sturm-, Überschwemmungs-, Erdfall- und Erdbebenschäden. Zusätzlich können noch sogenannte Optimal- Pakete hinzugewählt werden. Diese gibt es sowohl für das Gebäude und für das Grundstück als auch als Option Umwelt- Optimal- und Service- Optimal- Paket. Sollte das eigene Heim im Ernstfall für einen gewissen Zeitraum nicht mehr bewohnbar sein, sind dann die entstehenden Hotelkosten abgesichert. Auch abgesichert wäre die Wiederaufforstung von Bäumen im Garten nach einem Sturm oder Schäden an der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Beachten sollte man dabei allerdings, dass dieses Angebot nach dem Baukastenprinzip aus einzelnen Versicherungen konzipiert worden ist, um Schutz gegen die verschiedenen Gefahren zu bieten. Das ist jedoch aus rechtlichen Gründen durchaus notwendig. Nach Angaben der VKB wird der normale Beitrag des Komplettschutzes für ein Gebäude mit zwei Wohnungen, das sich in einer durchschnittlich gefährdeten Region Bayern wie zum Beispiel München befindet, auf 300 EURO jährlich angesetzt.
Für die Optimal- Zusatz- Bausteine müsste der Kunde zusätzliche 70 EURO bezahlen. Die Preise sind also angemessen, können aber je nach individueller Gefährdungssituation sehr große Unterschiede aufweisen. Ein weiterer Vorteil für die Kunden ist auch dadurch gegeben worden, dass das neu konzipierte Bedingungswerk, die VGB 2008, veröffentlicht worden ist. Damit müssen sich die Kunden nicht mehr endlos mit Kleingedrucktem nach dem Kauf aller Bausteine gegen Elementarschäden beschäftigen. Als Grundlage des Angebots wird weiterhin die klassische Brandschutzversicherung der Wohngebäude herangezogen. Eine Bestandauflistung wird spätestens dann erforderlich, wenn es zu einer Kreditfinanzierung kommt. Deckungen gegen die Leitungswasser-, Hagel- und Sturmschäden bilden die nächste Schicht. Schließlich sind es eben diese Gefahren, bei denen das Risikobewusstsein der Kunden in den letzten Jahren eindeutig gestiegen ist und die Versicherungsdichte bei den entsprechenden Policen wesentlich größer- im Gegensatz zu den Schäden bei Überschwemmungen oder Schneedruck. Die VKB geht jetzt neue Wege. um die Risikosensibilität für die Folgen von Naturkatastrophen zu erhöhen, sie gibt einen Schadensfreiheitsbonus. Bis zu 20 Prozent weniger Beitrag müssen diejenigen Kunden zahlen, die das Paket aus Feuer-, Leitungswasser-, Hagel-, Sturm- und weiteren Elementarschäden gekauft haben und fünf Jahre lang keinen Schaden melden müssen. Es ist auch möglich, Selbstbehalte von 250 bis 500 EURO zu vereinbaren, um das Angebot noch interessanter zu machen.
Darüber hinaus gibt es weitere Besonderheiten, wie zum Beispiel einen kostenlosen Energieausweis für das Gebäude. Dieser Pass ist seit 2008 für alle Immobilienbesitzer Pflicht, sofern sie ihr Haus verkaufen oder vermieten wollen. Auch gibt es Prämienrabatte für diejenigen Kunden, die klimabewusste Energiesparhäuser haben möchten, und ebenfalls für Besitzer von Häusern, die durch Modernisierungs- Maßnahmen Vollwärmeschutz an ihrem Haus geschaffen haben. Registrierte VKB- Kunden können einen kostenlosen Wetterservice nutzen, der die Gebäudeversicherungs- Inhaber mithilfe einer von Kachelmann erstellten SMS oder Email über schwierige Wetterlagen informiert.
