Volatilität – Die geheimnisvolle Größe
Ein wichtiger Aspekt und Begriff an den Finanzmärkten ist die Volatilität. Sie bezeichnet die Schwankungsbreite eines bestimmten Wertes, sei es nun Index, Währung oder Rohstoff innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Je höher die Schwankungsbreite des entsprechenden Wertes, umso weniger kalkulierbar ist dieser Wert. Beinhaltet aber auch größere Gewinnmöglichkeiten, da die Kursveränderungen eine größere Bandbreite umfassen. Besonders interessant und wichtig ist der Bereich der Volatilität für die Optionsscheine und Optionen. Hier spielt die sogenannte implizite Volatilität eine wichtige Rolle zur Beurteilung des Wertes. Diese implizite Volatilität ist die vom Markt und von den Profis und Händlern geschätzte Volatilität, die sich in nächster Zukunft erwartungsgemäß für das entsprechende Underlying ergibt. Wenn also der Markt für die nächsten zwei Monate hohe Schwankungen erwartet, dann ist die implizite Volatilität eines Spezialwertes höher.
Dazu unterscheidet man die historische Volatilität, die exakt berechenbar ist und für Aktienindizes etc. und in Chartprogrammen entsprechend vorliegt. Hier ist genau zu betrachten, welche Schwankungsbreite ein bestimmter Wert z.B. in den vergangenen zwölf Monaten gehabt hat. Dieser 12-Monats-Bereich ist der klassische beim Vergleich der historischen Volatilität. Wobei auch wöchentliche oder monatliche Volatilitäten berechenbar sind. Des weiteren gibt es einen kompletten Index, der die Volatilität im deutschen Aktienmarkt darstellt und wichtig für Händler und Anleger ist. Denn in Zeiten, in denen der Volatilitätsindex steigt, sind die Ausbrüche nach oben oder nach unten wahrscheinlicher.
Abschließend ein praktisches Beispiel die Volatilität einzuordnen. Wenn z.B. ein Wert eine Volatilität von 25 Prozent hat im Jahr, dann heißt das, dass er innerhalb des vergangenen Jahres nach oben bzw. nach unten um 25 Prozent seinen Wert verändert hat. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, dass er auch in der Zukunft entsprechende hohe Volatilität haben kann, allerdings nicht muss. Denn hochvolatile Werte können auch in weniger volatile sich sukzessive wandeln.
(Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus
