Vorsicht bei Versicherungsdarlehen
Im Bereich der privaten Baufinanzierung stehen die Kreditinstitute in einem harten Wettbewerb zueinander. Weil das Geschäft mit den Immobiliendarlehen rückläufig ist, warten zunehmend mehr Kreditinstitute mit neuen Finanzierungslösungen auf, um sich somit von ihren Mitbewerbern absetzen und gleichzeitig auch neue Kundengruppen erschließen zu können.
Vor allem das so genannte Versicherungsdarlehen wird seit einigen Monaten wieder vermehrt angeboten. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form der Baufinanzierung, die nicht nur die Aufnahme eines Immobiliendarlehens, sondern auch den Abschluss einer Lebensversicherung vorsieht. Die Lebensversicherung ist an das Darlehen gekoppelt, was letzten Endes bedeutet, dass der Darlehensnehmer keine Tilgungsleistung erbringt bzw. diese nicht in das Darlehen fließt. Stattdessen bezahlt er ausschließlich Zinsen an den Darlehensgeber – der Tilgungsanteil fließt direkt in die Lebensversicherung.
Laut den Anbietern bringt dieses Finanzierungskonzept den Vorteil mit sich, dass sich mit der Versicherung eine attraktive Rendite erzielen lässt und der Darlehensnehmer von attraktiven Versicherungsleistungen profitieren kann. Allerdings treffen diese Aussagen nur bedingt zu – in erster Linie geht es diesen Anbietern nämlich darum, hohe Provisionen zu verdienen. Immerhin verdienen sie beim Versicherungsdarlehen nicht nur am Immobiliendarlehen, sondern auch am Abschluss der Versicherung. Für den Darlehensnehmer bedeutet dies, dass er in den meisten Fällen draufzahlt.
Weil die Tilgung des Darlehens ausbleibt und somit die Zinslast im Lauf der Zeit nicht geringer wird, gelten Versicherungsdarlehen gegenüber anderen Darlehensarten als vergleichsweise teuer. Außerdem ist zu beachten, dass eine attraktive Verzinsung der eingezahlten Versicherungsbeiträge nicht gewährleistet ist. Hinzu kommen Abschluss- und Bearbeitungsgebühren, welche der Finanzierung jegliche Attraktivität rauben. Sollte man an entsprechenden Finanzierungslösungen dennoch Interesse haben, gilt es einen Darlehensvergleich vorzunehmen und spitz zu kalkulieren – anschließend sieht man genau, ob sich der Abschluss lohnt oder nicht lohnt.
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