Vorsorgeatlas 2011
Der „Vorsorgeatlas Deutschland 2011“, erstellt vom Forschungszentrum Generationsverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment, zeigt einmal mehr: Die Riester-Rente funktioniert, hat aber noch Schwächen. Das liegt nicht allein am System, sondern bisweilen auch daran, dass Sparer und Versicherte sich nicht ausreichend mit dem Thema befassen und ihrerseits Fehler machen. Dadurch verschenken viele der 15 Millionen Riester-Sparer Jahr für Jahr Geld. Für 2008, das als abgeschlossen gilt, weil keine Anträge mehr gestellt werden können, liegen die Zahlen nun vor.
Verbraucher, die bei der privaten Altersvorsorge auf die Riester-Rente bauen, haben vor drei Jahren insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro an Zulagen verschenkt. Seinerzeit gab es 12,1 Millionen Verträge. Davon waren allerdings nur 9,3 Millionen mit Zulagenantrag unterwegs und wurden entsprechend gefördert. Der Rest ging schlichtweg leer aus. Doch auch von denen, die einen Antrag gestellt hatten, kassierten lediglich 5,7 Millionen die vollen Riester-Zuschüsse. Alles in allem erhielten 2008 nur 57,1 Prozent der Riester-Kunden die maximale Förderung. Aus Sicht der Sparer eine höchst unerfreuliche Quote. Dafür verantwortlich sind in der Regel falsche Angaben zum Einkommen oder es wurde zu wenig in den Vertrag eingezahlt.
Generationenforscher Bernd Raffelhüschen, zuständig für den Vorsorgeatlas, erklärte bei der Vorstellung der Daten: „Die Riester-Rente macht ihren Job, es gibt aber weiter Verbesserungsmöglichkeiten.“ Das ist umso wichtiger mit Blick auf die mögliche Rentenlücke. Wer auch im Alter den gewohnten Lebensstandard halten möchte, benötigt aus Sicht der Forscher mindestens 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Einen kleinen Teil steuert die Riester-Rente bei, es sei aber noch mehr möglich. Bernd Raffelhüschen schlägt daher vor, die Beiträge nicht wie bisher bei 2.100 Euro sondern bei vier Prozent des Einkommens zu deckeln. Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Zulagen anzuheben.
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