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Freitag, April 25, 2008

Was man über die Baufinanzierung nicht wissen muss

Vorgestern hat DIE WELT auf ihrem Online-Portal einen Artikel zum Thema Baufinanzierung veröffentlicht. Die Kernaussage lautet, dass sich die meisten Deutschen mit diesem Thema nicht auskennen. Sehr verwunderlich ist das nicht, schließlich handelt es sich hierbei um einen komplexen und zugleich sehr umfangreichen Themenbereich. Des Weiteren macht es für den Otto-Normalverbraucher auch nur bedingt Sinn, sich zum Experten in Sachen Baufinanzierung weiterzubilden – schließlich gibt es vergleichsweise wenige Menschen, die innerhalb ihres Lebens gleich mehrere Immobilien erwerben.

Selbstverständlich ist es nicht verkehrt, sich mit dem Thema Baufinanzierung intensiver auseinanderzusetzen, vor allem wenn man tatsächlich den Kauf einer Immobilie in Erwägung zieht und diese finanzieren möchte. Allerdings wird es den wenigsten gelingen, sich innerhalb kürzester Zeit zum Baufinanzierungsexperten zu entwickeln. Folglich kommt es in erster Linie darauf an, sich im Hinblick auf die Finanzierung von einem erfahrenen Finanzierungsspezialisten beraten zu lassen.

Was den Online-Artikel betrifft, so ist zu erwähnen, dass DIE WELT die Datenerhebung nicht selbst durchgeführt hat. Stattdessen bezieht sich der Autor auf Informationen der Postbank sowie vom Baugeldvermittler Hypothekendiscount – beide Finanzdienstleister hatten zuvor entsprechende Studien in Auftrag gegeben. Erstaunlich ist vor allem, welches Wissensdefizit von den beiden Finanzdienstleistern bemängelt wird. So weist zum Beispiel die Postbank daraufhin, dass gerade einmal 49 Prozent aller Deutschen über die Wohnungsbauprämie Bescheid wissen. Wenn man es genau betrachtet, dann handelt es sich bei der Wohnungsbauprämie um einen der unwichtigsten Themenbereiche aus dem Feld der Baufinanzierung. Wer seinen Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen möchte, der sollte sich lieber mit Zins- und Tilgungssätzen sowie dem Vergleich konkreter Finanzierungsangebote beschäftigen. Auf diese Weise kann er erheblich mehr Geld einsparen, als ihm der Staat durch die Zahlung der Wohnungsbauprämie zukommen lässt.

Nicht besser steht es um die Informationen, die von Hypothekendiscount stammen. Der Baugeldvermittler weist doch glatt darauf hin, dass gerade einmal zehn Prozent aller Befragten wussten, um welche Kreditarten es sich bei der Reservierungshypothek und der Familienhypothek handelt. Wenn erfahrene Finanzierungsexperten so etwas lesen, müsste ihnen eigentlich die Luft wegbleiben – denn genau betrachtet gibt es diese Kreditarten überhaupt nicht. Hierbei handelt es sich lediglich um die Bezeichnung hauseigener Finanzprodukte des Vermittlers oder dessen Partnerunternehmen. Wenn man es genau nimmt, handelt es sich bei einer Hypothek überhaupt nicht um einen Kreditart, sondern um ein Grundpfandrecht, das zur Besicherung einer konkreten Forderung im Grundbuch der Immobilie eingetragen wird.

Hieran wird wieder einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, sich nicht ausschließlich an einen einzigen Berater zu wenden. Besser ist es, sicht mit mehreren Beratern in Verbindung zu setzen und diesen die Angebote ihrer Mitbewerber vorzulegen. Auf diese Weise wird man automatisch darauf aufmerksam gemacht, wenn eine Finanzierung nicht optimal gestaltet ist. 

Posted by Jochen on 04/25 at 02:31 PM
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