Wenn das Wasser kommt und Chaos hinterlässt
Dauerregen, über die Ufer gehende Flüsse und Bäche, die innerhalb von Stunden zu reißenden Strömen werden: Wasser hat eine unbändige Kraft und sucht sich seinen Weg selbst durch die kleinste Ritze. Viele Kölner und fast alle, die in hochwassergefährdeten Regionen wohnen, können ein Lied davon singen. Regelmäßig verbarrikadieren sie ihre Häuser und müssen nachher doch Wasser schippen, vom möglichen Sachschaden an Einrichtung und Mauerwerk ganz zu schweigen.
Über die normalen Versicherungspolicen für Hausrat und Wohngebäude sind Hochwasserschäden nicht versichert. Sie bieten nur Schutz gegen Leitungswasser, Sturm, Hagel, Feuer, Blitz und Explosion. Um sich auch gegen Elementarschäden zu versichern, muss eine zusätzliche Prämie gezahlt werden. Sie macht die Wohngebäudeversicherung um bis zu 300 Euro im Jahr teurer, wobei eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent bis zu 5000 Euro obligatorisch ist. Kaum eine Chance auf diesen Zusatzschutz haben Kunden, die in Gebieten leben, wo Hochwasser zwar nicht an der Tagesordnung ist, wohl aber öfter auftritt und für Schäden sorgt. Dann wird meist abgelehnt bzw. ist die Prämie so hoch, dass sie das Budget sprengt.
Wesentlich besser gestellt sind Versicherungskunden aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), wenn sie ihre alten Versicherungspapiere behalten und nicht gekündigt haben. Der Schutz für Hochwasserschäden gehörte hier fest zu den Versicherungsbedingungen. Das gilt für die Wohngebäudeversicherung und die erweiterte Hausratversicherung. Das heißt nicht, dass diese Kunden das Wasser einfach ins Haus laufen lassen dürfen und abwarten können. Auch hier gilt die Schadenminderungspflicht, wonach Möbel nicht im Keller, sondern in oberen Stockwerken in Sicherheit gebracht werden sollten.
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