Wohn-Riester besser nicht überbewerten
Die Anzahl der Wohn-Riester Finanzprodukte nimmt langsam aber stetig zu. Da wundert es nicht, dass von immer mehr Seiten dazu geraten wird, diese Produkte auch zu nutzen. In den vergangenen Tagen wurden in mehreren namhaften Zeitungen und Magazinen entsprechende Beiträge veröffentlicht: Der Wohn-Riester wird als erstklassige Finanzlösung für die Baufinanzierung vorgestellt.
Allerdings gilt es sehr gut aufzupassen. Zunächst mag es verlockend klingen, das Kapital der privaten Zusatzrente zur Baufinanzierung zu nutzen. Allerdings bringt diese Finanzierungsform nicht nur Vorteile mit sich. So ist zum Beispiel festzustellen, dass der Großteil der Verbraucher überhaupt nicht weiß, wie die Baufinanzierung per Wohn-Riester überhaupt funktioniert. Dies ist jedoch eine Grundvoraussetzung: Wenn es um die Baufinanzierung und somit auch um hohe Summen geht, muss absolute Klarheit darüber herrschen, wie die Finanzprodukte funktionieren – schließlich entstehen monatliche Raten, die es viele Jahre lang zu leisten gilt.
Das eigentliche Problem besteht allerdings darin, dass der Wohn-Riester nicht gerade günstig ist. Entsprechende Finanzprodukte führen nicht unbedingt zum Topzins, den man als Bauherr oder Immobilienkäufer erhalten könnte. Genau das ist der springende Punkt: Selbst kleine Unterschiede beim Zinssatz können im Lauf der Jahre zu tausenden von Euros an Mehrbelastung führen. Zudem ist die nachgelagerte Besteuerung der späteren Riesterbezüge nicht zu vergessen – auch dort können wieder Kosten entstehen.
Alles in allem kann gesagt werden, dass es sehr genau zu rechnen gilt. Die Berechnungen mehrerer unabhängiger Experten haben schon mehrmals aufgezeigt, dass es sich für die meisten Verbraucher schlichtweg nicht lohnt, diesen Weg zu gehen. Ein klassisches Annuitätendarlehen, das bei einer Direktbank aufgenommen wird, führt meistens zu einer günstigeren Finanzierung.
