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Montag, September 15, 2008

Wohntrends 2020: Wer will wie wohnen…?

Gibt es Studien oder statistische Auswertungen zu vielen soziologischen Fragen und Problemen, so gibt es diese natürlich auch zum Thema ‘Wohnen’. Angeblich zieht es jeden Dritten durch einen erwünschten Umzug in einen Neubau. Mieter würden für bessere Qualität dann auch gerne mehr bezahlen.

Das Bad modern; die praktische Küche zum Wohlfühlen, einen großer Balkon, ein kleines Arbeitszimmer, und alles in grünem und sicheren Wohnumfeld: die ideale Wohnung!
Qualität und Urbanität gelten als Wohntrends der Zukunft - eine Feststellung, die Spezialisten aus dem Wohnungswesen, der Immobilienwirtschaft oder auch der Stadt- und Regionalforschung teilen.

Wie aber sehen “Wohntrends 2020” visionär dann aus? Welche Anforderungen an Wohnraum sind zu erfüllen und was ist den Bürgern von heute ein solcher Traum wert?
Die Antwort ist vergleichsweise einfach. Für den Mehrwert an Lebensqualität sind Menschen bereit auch mehr zu zahlen. Ein Widerspruch zu den Vorstellungen von Wohnungspolitikern unserer Zeit, die über Jahrzehnte propagierten, dass Mieten nicht steigen dürften.
Eine Position, aus der heraus auch das soziale Profil betont wurde, doch für eine Mehrheit in der Bevölkerung ist hohe Wohnqualität zugleich auch Ausdruck einer besseren Lebensqualität. Verbringt man doch viel Zeit in den eigenen vier Wänden, die mehr sein sollen, als ein Dach über dem Kopf.

Genuss im Bad

Zum “Wohntrend 2020” gehört dann auch als Angebot der Wohnungsgesellschaften das geräumige Bad, mit dem man genussvoll und gesund leben möchten, und das auch mit Licht, Luft und Weite.
Auch der große Balkon gilt längst als eindeutiger Anspruch, doch bieten selbst viele Neubauten meist nur einen Ausguck und Platz für zwei Stühle und den Klapptisch. Wenn beim Balkon gespart wird, verringert sich für den potenziellen Neumieter der Qualitätssprung und die Vermietungschancen sinken.

Kulturelle Kommunikation

Städte der Zukunft präsentieren sich mit urbanen Stadtverhältnisse: Freizeit, Gastronomie, Kultur und Nah-Versorgung in direkter Nähe und mit der Ruhe am Rande der City.
Der veränderte Lebensstil macht dies deutlich: mehr Singles, mehr Beschäftigte in anspruchsvollen Jobs, mehr Doppelverdiener. Jeder geht draußen essen, sucht Naherholung und kulturelle Kommunikation. Und auch Familien markieren diesen Wunsch - sie suchen zusätzlich die soziale Infrastruktur von Kindergärten, Schulen, Spielplätzen.

In allen Teilen der Republik sind auch Gemeinnützige Baugenossenschaften dabei, sich von alten Objekten zu trennen, die besseren Gebäude zu modernisieren, energetisch umzubauen und zu ergänzen.
Dazu gehört einiges an Mut und staatliche Hilfen zum Abriss und zur Modernisierung. Das nun muss die moderne Wohnungspolitik für den großen Sanierungsbedarf und den immensen Nachholbedarf erst noch vorausschauend erkennen.

Alt und Jung in früherer Kaserne

Auch kleinere Städte im Strukturwandel müssen wieder auf die Beine kommen, indem sie es schaffen, sich über die Arbeitgeber der kreativen Klasse, der Führungskräfte anteilig zu versichern, damit diese sich nicht nur in München oder Berlin wohl fühlen.
Insgesamt ist auf erstklassige Wohnqualitäten zu bauen, angebunden an den ÖPNV und orientiert an den Wohnwünschen und den Lebensnotwendigkeiten, die die Politik oft erst noch erkennen muss.
Stadtentwicklung ist immer auch Stadtumbau - wenn jährlich irgendwo eine Landesgartenschau ein marodes Gewerbegebiet saniert oder wenn das das ehemalige Kasernengelände zum Neubau-Wohnquartier wird und frühere Kasernengebäude zum Haus für das Wohnen von Alt und Jung.

Posted by wob. on 09/15 at 04:30 AM
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