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Montag, Januar 18, 2010

Zahnzusatzversicherungen – Augen auf bei Tarifwahl und Kleingedrucktem

Sie boomen und bescheren den Versicherungsunternehmen Zuwachsraten, von denen man in vielen anderen Bereichen nur träumen kann. Die Rede ist von Zahnzusatzversicherungen, mit denen die kargen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen aufgestockt werden sollen. Schließlich gehen Eingriffe für die Zahngesundheit gewaltig ins Geld. Bislang haben rund 11,7 Millionen Deutsche eine entsprechende Zusatzpolice abgeschlossen. 46 Prozent der Krankenkassenmitglieder denken darüber nach, sich abzusichern. Bei rund 300 Tarifen ist es allerdings ratsam, genau zu vergleichen.

Die Kosten für eine Zahnzusatzversicherung bewegen sich in einer extrem weiten Spanne von unter zehn bis weit über 25 Euro im Monat. Dass man bei einer günstigen Absicherung Abstriche bei der Leistung in Kauf nehmen muss, darauf weist die Stiftung Warentest schon seit Jahren hin. Doch auch bei Verträgen, die teurer sind, sollte man sich nicht von den Hochglanzprospekten blenden lassen. Sonst übersieht man das Kleingedruckte. Darin befinden sich die vielen kleinen Haken, die erst dann zum Tragen kommen, wenn die Rechnung vom Zahnarzt auf dem Tisch liegt und eine Leistung von der Versicherung eingefordert wird.

Damit es etwas leichter wird, hat Hans Waizmann den sogennnten Waizmann-Wert entwickelt. Der Makler gilt als Spezialist für Zusatzversicherungen und hat sich die Mühe gemacht, die Tarife und Angebote zu bewerten. Das Ergebnis zeigt, wie viel Prozent des Eigenanteils die Policen innerhalb der ersten vier Jahre und weiteren vier Folgejahre decken. Dafür wurde ein Leistungsfallkorb erarbeitet, der den typischen Behandlungsbedarf widerspiegelt. Die Rechnungen würden sich mit einem Implantat, einem Inlay, acht professionellen Zahnreinigungen, fünf Kunststofffüllungen, einer Vollkeramikkrone und einer erweiterten Wurzelbehandlung auf insgesamt 5.940 Euro belaufen. Die Kasse zahlt als Festzuschuss 970 Euro. Also fast 5.000 Euro, die zulasten des Muster-Patienten gehen.

Der Index stellt zweifellos eine große Hilfe dar, zumal die Tarife als Gesamtpaket und nicht einzelne Bereiche gesondert beurteilt werden. Die Werte basieren allerdings auf Annahmen, die längst nicht für jeden zutreffen. Die Verbraucherzentralen raten daher zu einer gründlichen Bedarfsanalyse. „Vollkasko“ sei bei Zahnzusatzversicherungen „völlig überzogen und überflüssig“. Wie bei allen Versicherungen komme es darauf an, dass die Leistung stimme. Hier gebe der Waizmann-Wert durchaus die Richtung vor, sollte aber um weitere Tests und Vergleiche ergänzt werden.

Posted by Andre on 01/18 at 11:26 AM
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