Zinsentwicklung: weiterer Zinsanstieg erwartet
Seit Beginn dieses Jahres sind die Hypothekenzinsen spürbar gestiegen. Bauherren und Immobilienkäufer wäre eine umgekehrte Entwicklung selbstverständlich lieber. Allerdings müssen sie sich mit dieser Situation abfinden – wenn die Zinsmärkte steigen, steigen auch die Hypothekenzinsen.
Gleichzeitig hat es den Anschein, als ob die Zinsen noch weiter steigen könnten. Schon seit mehreren Wochen wird in den Medien immer häufiger über die anhaltend hohe Inflation berichtet. Sowohl die gestiegenen Lebensmittel- wie auch Kraftstoffpreise tragen zu einem Anstieg der Lebenshaltungskosten bei. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist davon auszugehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den so genannten Leitzins in den kommenden Wochen erhöhen wird. Durch eine Erhöhung der Zinsen befindet sich die Zentralbank in der Lage, die Inflation einzudämmen. Gleichzeitig führt eine Leitzinserhöhung dazu, dass auch die Hypothekenzinsen steigen.
Robert Haselsteiner, Zinsexperte und Vorstand des Baugeldvermittlers Interhyp, hat diese Woche in seinem Zinsnewsletter geschrieben, dass die EZB den Leitzins um ca. 0,25 Prozent anheben könnte. Gleichzeitig weißt er darauf hin, dass es zu einem weiteren Zinsanstieg – insbesondere bei den langen Laufzeiten – kommen könnte, wenn es der EZB nicht gelingt, die Inflationsrate kurzfristig einzudämmen.
Sofern Haselsteiner mit seiner Prognose richtig liegt, kann angehenden Darlehensnehmern nur dazu geraten werden, ihre Darlehenskonditionen möglichst bald zu sichern. Auf diese Weise können sie sich vor einem weiteren Zinsanstieg schützen. Gleichzeitig wird deutlich, dass es sich gerade jetzt lohnt, Darlehen mit möglichst langer Zinsbindung abzuschließen – immerhin bieten lange Zinsbindungen ein hohes Maß an Zinssicherheit und sind derzeit günstig zu haben.
