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Mittwoch, August 04, 2010

Zurich sagt dem Betrug den Kampf an

Versicherungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt. Trotzdem versuchen Kunden Jahr für Jahr zumindest ein paar Euro ihrer Beiträge zu erschwindeln. Vom Defekt am Notebook bis hin zum gesprungenen Glas in der Brille – an Ideenreichtum mangelt es nicht. Für die Unternehmen ein echtes Ärgernis. Sie sind zwar bereits aktiv und decken viele Betrugsversuche auf. Der Zurich Gruppe geht das aber nicht weit genug. Der Konzern bündelt jetzt seine Kräfte im Kampf gegen den Versicherungsbetrug mit einer eigenen Abteilung, in der 50 Spezialisten 20 Millionen Euro einsparen sollen.

Der Vorstand der Zurich Gruppe, Rüdiger Hackhausen, bezeichnet dieses Vorgehen als Novum in der Versicherungswirtschaft. „Erstmals in der deutschen Assekuranz haben wir ein zentrales Betrugsdezernat gegründet, welches für alle Bereiche des Unternehmens gleichzeitig zuständig ist“, erklärte er in der Financial Times Deutschland. Der Hintergrund dürfte klar sein: Das Bemühen um Kunden läuft aktuell nur über Preis und Leistung. Das schmälert die Gewinnspannen. Wenn dann auch noch Leistungen erbracht werden müssen, die auf Betrug beruhen, ist das auf Dauer für alle Kunden, insbesondere die ehrlichen, von Nachteil.

Die „Täter“, teils mit durchaus professionellen Ambitionen, gehen immer raffinierter und teils auch dreister vor. Es reicht ihnen nicht, den Schaden nur der Kfz-Versicherung zu melden. Wenig später landet der Vorfall dann auch auf einem Schreibtisch in der Abteilung private Haftpflichtversicherung. Geht es danach, welche Sparten am häufigsten von Betrugsversuchen betroffen sind, steht die Privathaftpflicht ganz klar auf dem ersten Platz. Das Problem zieht sich allerdings durch alle Unternehmensbereiche bis hin zur Berufsunfähigkeitsversicherung. 20 Millionen Euro sparen zu wollen ist also durchaus realistisch.

Wie genau die „Zentrale Abteilung zur Bekämpfung von Versicherungsbetrug“ arbeitet, verrät die Zurich-Gruppe wohlweislich nicht. Sicher ist nur, dass sie sich von alten Schemata verabschieden wird. Die Datensätze, die früher die Alarmglocken schrillen ließen, haben sich als ungenau erwiesen. Hier wird nun weitaus diffiziler vorgegangen. Gleichzeitig dürften die Datenbanken ein neues Feintuning erhalten, um Problemfälle schneller zu erkennen. Dass dabei auch das Internet samt der sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook eine Rolle spielt, zeigen die Versicherer aus Großbritannien. Nicht selten wird die Vorgehensweise bei einem Betrug in aller Ruhe online diskutiert.

Posted by Andre on 08/04 at 08:41 AM
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