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Freitag, Juli 02, 2010

Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung sollen auf bis zu 2,5 Prozent steigen

Gesundheitsreformen haben den Versicherten bislang nur ganz selten Vorteile gebracht. In der Regel wurde ihnen eine höhere finanzielle Belastung aufgebürdet. Das dürfte auch dieses Mal wieder der Fall sein. Um das Milliarden-Defizit der gesetzlichen Krankenkassen zu schließen, wird nicht nur bei Ärzten, Kliniken und Medikamenten gespart, sondern auch die Einnahmeseite in Angriff genommen. Zusatzbeiträge lautet das Zauberwort, mit dem die Regierung die Kassen füllen möchte, und zwar abhängig vom Einkommen. Wer viel verdient, muss auch tiefer in die Tasche greifen.

Aktuell sind die Zusatzbeiträge, die von den Krankenkassen erhoben werden können, bei einem Prozent gedeckelt. Mehr als 37,50 Euro zusätzlich zum regulären Beitrag dürfen nicht erhoben werden. Geplant ist jetzt, die Grenze im Rahmen der Gesundheitsreform auf zwei Prozent anzuheben. Damit wären bis zu 75 Euro monatlich fällig, sofern die Kassen die Option voll ausschöpfen. Die CDU geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt ab einem Einkommen von 1.400 Euro im Monat einen Zusatzbeitrag von 2,5 Prozent einzuführen, also 93,75 Euro. Für Versicherte mit einem geringeren Einkommen würde es in dem Fall bei einem Prozent bleiben.

Freuen dürften sich über diese Vorschläge vor allem die privaten Krankenversicherungen. Denn die Gutverdiener in den gesetzlichen Krankenkassen werden künftig genau rechnen, ob es sich angesichts immer höherer Beiträge vielleicht doch lohnt, eine private Krankenvollversicherung abzuschließen. Diese Befürchtung hegen insbesondere die Kassen mit einem hohen Anteil freiwillig Versicherter. Bei der Techniker sind es immerhin 20 Prozent. Unabhängig davon spricht unter anderem die AOK Rheinland-Hamburg von einem zu hohen bürokratischen Aufwand. Stattdessen wird vorgeschlagen, die Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.750 Euro wie in der Rentenversicherung auf 5.500 Euro anzuheben. Ideal aus Sicht der Kassen wären auch Steuerzuschüsse.

Posted by Andre on 07/02 at 09:53 AM
KrankenversicherungGesundheitsreform • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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