Zusatzversicherungen boomen dank der Gesundheitsreform
Die gesetzlichen Krankenkassen beschweren sich über nicht zahlende Neukunden. Die privaten Krankenversicherungen hadern mit der Gesundheitsreform. Mittendrin steht der Kunde und weiß nicht so recht, wie er sich verhalten soll angesichts der für ihn kaum verständlichen Änderungen und immer neuen Kürzungen. Vielleicht haben genau aus diesem Grund die Krankenzusatzversicherungen derzeit einen enorm starken Zulauf. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Werbung für eine Zahnzusatzversicherung im Briefkasten liegt.
Die Sparte Zusatzversicherungen ist der aktuell am stärksten wachsende Markt bei den privaten Krankenversicherern. Sie nutzen die Chance, Kunden mit Argumenten zu überzeugen, die Patienten von ihrer gesetzlichen Versicherungen schon seit Jahren nicht mehr geboten bekommen. Doch nicht alles, was angeboten wird, ist auch für jeden sinnvoll. Möchte man rundum bestens versorgt sein, beim Hausarzt, dem Zahnarzt oder auch in der Klinik, gilt zumindest der Rat der Verbraucherzentrale Hessen, vorher genau zu vergleichen und sich die Versicherungsbedingungen anzusehen oder von einem versierten Versicherungsberater erklären zu lassen. Einen Tipp haben die Verbraucherschützer auch noch parat: Mit dem Abschluss einer Zusatzpolice bis zum nächsten Jahr warten. Derzeit gibt es noch einen Fehler im Gesetz, der einen Wechsel in einen günstigeren Tarif beim gleichen Anbieter unmöglich macht.
Entscheidend für die Kosten, die durch eine Krankenzusatzversicherung entstehen, sind mehrere Faktoren wie Geschlecht, Alter und der gewünschte Leistungsumfang. Wichtiger ist allerdings der Gesundheitszustand, über den man im Vertrag Auskunft geben muss. Sind die Fragen eher vage gehalten, sollte man sehr genau aufpassen, so die Verbraucherschützer. Im Zweifelsfall empfehlen sie, die Fragen gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu beantworten. Ob eine Zusatzversicherung nötig ist, muss nach wie vor der Kunde selbst entscheiden. Geht er regelmäßig zum Zahnarzt und hat die Stempel im Bonusheft, ist eine Zahnzusatzversicherung – bei der es aus Erfahrung der Verbraucherzentralen öfter zum Rechtsstreit kommt – nicht unbedingt notwendig. Und für den Fall, dass man ins Krankenhaus muss, sei es oft günstiger, die Kosten für das Zweitbettzimmer aus eigener Tasche zu zahlen.
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