Zwangsversteigerung: Nur mit Finanzierungszusage teilnehmen
Früher waren es überwiegend vermögende Privatanleger und Immobilienexperten, die an Zwangsversteigerungen teilnahmen und auf diesem Weg versuchten, Immobilien günstig zu erwerben. Im Grunde hat sich dies nicht verändert, jedoch ist eine dritte Art von Bieter hinzukommen: Zunehmend häufiger kommt es dem Otto-Normalverbraucher in den Sinn, sein Glück bei Zwangsversteigerungen zu versuchen – schließlich bietet sich die Chance, den Traum vom Eigenheim besonders günstig zu realisieren.
Mit ein wenig Glück bietet sich tatsächlich die Chance, ein Eigenheim vergleichsweise günstig zu erstehen. Die meisten Zwangsversteigerungsobjekte wechseln den Besitzer zu Preisen, die unterhalb der jeweiligen Verkehrswerte liegen. Demnach ist die Teilnahme in der Tat interessant. Dafür gestaltet sich der Erwerb nicht gerade leicht: Gleich mehrere Punkte müssen berücksichtigt werden.
Dies gilt besonders für die Finanzierung entsprechender Objekte. Bei Immobilien, die aus Zwangsversteigerungen stammen, sind einige Banken enorm vorsichtig: Gerade in den Reihen der Direktbanken finden sich einige Institute, die derartige Immobilien nicht finanzieren. Daher sollte möglichst schon im Vorfeld ermittelt werden, welche Banken für die spätere Immobilienfinanzierung überhaupt in Frage kommen.
Im Bezug auf die Direktbanken gilt es über einen weiteren Punkt Bescheid zu wissen. Diese Banken erteilen keine vorherige Finanzierungszusage: Weil im Vorfeld nicht sicher ist, ob der Interessent überhaupt den Zuschlag erhält, werden von den Direktfinanzierern keine Zusagen erteilt. Folglich ist es erforderlich, sich auf anderem Wege um eine Finanzierungszusage bzw. um deren Erhalt zu kümmern.
Am einfachsten ist es, sich an eine regionale Bank zu wenden. Regionale Geldinstitute agieren diesbezüglich sehr viel offener: Im Regelfall ist eine Anfrage schnell bearbeitet, sodass die Finanzierungszusage meist nach wenigen Tagen vorliegt. Die Zusage darf übrigens auf gar keinen Fall fehlen. Wer an einer Zwangsversteigerung teilnimmt und ein Objekt ersteigert, ohne die Gewissheit über den Erhalt einer Finanzierung zu haben, geht ein hohes Risiko ein. Denn sollte sich kein Finanzierungspartner finden, kann dies äußerst problematisch werden. Der Kaufpreis wird bereits wenige Wochen nach Erwerb fällig - und sollte man ihn nicht aufbringen können, droht eine kostspielige Rückabwicklung.
