Zwangsversteigerungen waren 2008 rückläufig
Zwangsversteigerungen haben im vergangenen Jahr spürbar an Attraktivität gewonnen. Aufgrund der globalen Finanzkrise wurde in zahlreichen Medien über die große Welle der Zwangsversteigerungen in den USA berichtet. Dies wiederum hat viele Interessenten in Deutschland wachgerüttelt, die seither eine große Begeisterung entwickelt haben und sich vorstellen können, selbst ein Objekt auf diese Weise zu ersteigern – oftmals sogar zur Eigennutzung.
Früher waren es vor allem Kapitalanleger, die in diesem Segment aktiv waren und auf entsprechende Objekte mit geboten haben. Doch die Zahl potentieller Eigennutzer nimmt spürbar zu: Zunehmend mehr Menschen hoffen auf ihr Glück, um eine Immobilie zur Eigennutzung günstig zu ersteigern.
Allerdings lag das Jahr 2008 nicht gerade im Zeichen der Auktionsteilnehmer. Wie das „Handelsblatt“ mitteilt, ist die Anzahl der in Deutschland stattfindenden Zwangsversteigerungen im Jahr 2008 zurückgegangen. Insgesamt kamen in Deutschland rund 88.400 Objekte unter den Hammer, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 3,7 Prozent entspricht. Diese Daten stammen von der Argetra GmbH, die sich auf die Erstellung entsprechender Kalender mit Versteigerungsterminen spezialisiert hat.
Wie das Unternehmen mitteilt, seien die Verkehrswerte, die von den Gerichten festgesetzt wurden, noch stärker zurückgegangen, nämlich um 6,9 Prozent – das Gesamtvolumen der Verkehrswerte beläuft sich auf 15,4 Mrd. Euro. Beim Großteil bzw. bei zwei Drittel der zur Versteigerung stehenden Objekte handelte es sich um typische Wohnobjekte wie Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppelhaushälften etc. Was den Rest betrifft, so kamen gewerbliche Immobilien, unbebaute Grundstücke etc. unter den Hammer.
Winfried Aufterbeck, Geschäftsführer von Artegra, geht davon aus, dass die Anzahl der Zwangsversteigerungen im kommenden Jahr nicht weiter zurückgehen wird, was er mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation begründet.
